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Nebeneinkommen - aber richtig!

Basis Marketing
Herausgegeben von in Organisation ·
Tags: NebeneinkommenGewerbeanmeldungoffiziellWerbungimNebenjobNebentätigkeitsvereinbarung
Heute gebe ich eine kleine Zusammenfassung, wie man ein Nebengewerbe auf die richtigen Füße stellt, damit ein Nebenverdienst erwirtschaftet werden kann. Hinweis: Diese Zusammenstellung basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen und sind nicht als rechtliche Absicherung oder Steuerberatung zu sehen.

Mit diesen einfachen Schritten machen Sie Ihr Nebeneinkommen offiziell, können Rechnungen schreiben und Werbung machen. Beachten Sie dazu die folgenden Tipps:

1) Absicherung gegengüber dem Arbeitgeber
Sie brauchen keine Erlaubnis des Arbeitgebers, aber es muss ihm mitgeteilt werden. Ich empfehle das schriftlich zu machen. Dazu kann man dieses Musterformular verwenden. Mit dieser formlosen Genehmigung ist man auf der sicheren Seite gegenüber dem Arbeitgeber.
  

2) Gewerbeanmeldung
Ein Gewerbe meldet man bei der zuständigen Behörde (meist Gewerbeamt) in der Stadt- oder Gemeindeverwaltung an. Es kostet je nach Örtlichkeit zwischen 10 und 50 Euro und der Aufwand der Anmeldung beschränkt sich auf das Ausfüllen eines Formulars mit Angaben zu Person und Tätigkeiten.
Dabei empfehle ich den Geschäftszweck nicht zu eng zu fassen. Am besten die Branche oder eine allgemeine Beschreibung der Tätigkeit angeben, z.B. anstatt "Schneeräum-Service" besser "Haus- und Gartendienstleistungen"
Je nach Branche und Tätigkeit benötigt man weitere Zulassungen oder Voraussetzungen, z.B. als Handwerker, Makler oder in der Gesundheitsbranche. Spätestens bei der Gewerbeanmeldung wird das dann verlangt.

Brauche ich wirklilch eine Gewerbeanmeldung?
Nach § 14 Gewerbeordnung besteht eine Anzeigepflicht für den gewerblichen Betrieb. Ab wann es als "gewerblich" gilt, ist im § 15 Einkommensteuergesetz festgehalten:
- "nachhaltig": Der Betrieb ist auf Dauer angelegt, nicht nur ein einzelnes Projekt.
- "Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr": Werbung, kaufmännisches Auftreten usw.
Eine Ausnahme besteht für Freiberufler nach § 18 Einkommenssteuergesetz.

Zusammengefasst: Wenn Ihre Tätigkeit nicht "freiberuflich" ist, bereits über den Testballon oder ein einmaliges Projekt hinausgeht und öffentlich Werbung betrieben wird, sollte das Thema Gewerbeanmeldung geprüft und berücksichtigt werden!

Folgen der Gewerbeanmeldung
Das Gewerbeamt übernimmt in aller Regel auch die Meldung an das Finanzamt und weitere Stellen, z.B. Industrie- und Handelskammer (IHK), Handwerkskammer, Berufsgenossenschaft etc. Im Falle von geplanten Mitarbeitern werden auch das Arbeitsamt, Gewerbeaufsichtsamt oder die gesetzliche Krankenkasse benachrichtigt.

-> IHK
Als Gewerbetreibender wird man automatisch Mitglied in der IHK. Ein Mitgliedsbeitrag ist damit aber nicht zwingend fällig, da die meisten inzwischen Gewinnmindestgrenzen haben. Erfahren Sie bei der zuständigen IHK die genauen Infos: https://www.ihk.de/#ihk-finder

3) Anmeldung beim Finanzamt
Nach der Anmeldung bekommt man automatisch Post vom zuständigen Finanzamt. Ohne Gewerbeanmeldung, z.B. als Freiberufler, kann man das auch direkt anfordern. Der "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung eines Gewerbebetriebs oder einer freiberuflichen Tätigkeit" fragt einige Daten zur Tätigkeit ab, unter anderem bietet sich an, die Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen. In meinem Fall begrüße ich diese Möglichkeit, dadurch spare ich mir die Umsatzsteuer-Bürokratie. Die Voraussetzungen sind kein höherer Umsatz als 17.500 Euro im Vorjahr sowie voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro Umsatz im laufenden Jahr. Auf der Rechnung muss ich also die Umsatzsteuer nicht ausweisen, der Satz "Der Rechnungsbetrag enthält gemäß § 19 UStG keine Umsatzsteuer." ist ausreichend.
Tipp: Klären Sie die Steuerfragen und den für Sie richtigen Weg am besten mit dem Steuerberater ab!

Damit habe ich meine Grundlagen für meine Tätigkeit gelegt. Weiterführende Informationen rund um das Thema Genehmigungen und Anträge bietet diese interessante Artikel-Serie von Akademie.

Welche organisatorische Ausstattung für dein Nebeneinkommen notwendig ist, hängt ganz von der Tätigkeit ab. Erfahren Sie in weiteren Beiträgen, welches Basis Marketing ich empfehle.

Ich freue mich sehr über Ihre Erfahrungen! War es bei Ihnen auch so unkompliziert und schnell erledigt? Schreiben Sie mir!


1 Kommentar
Durchschnittliche Bewertung: 115.0/5
Linda
2018-12-06 21:26:54
Genial, endlich habe ich einen Überblick über die wesentlichen Schritte, um meine Nebentätigkeit auf die richtigen Beine zu stellen. Danke!


Zella-Mehlis, Thüringen
Deutschland
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